Apr 20

Der (faire) Handy-Workshop

Vom 13.-15.3.2019 nahmen die Schüler der 10e  an einem Workshop mit dem Thema „faire Handys“ teil.

Am ersten Tag des dreitägigen Workshops befassten wir –  die Schüler der 10E und die zwei Referenten der „Stiftung für Engagement und Bildung e.V.“ – uns mit dem Thema: Wer hat welches Handy und woraus besteht dieses eigentlich. Wir stellten fest, dass mehr als 60% aller Schüler unserer Klasse iPhones (Apple) besitzen, die anderen 40% Samsung, Huawei, Sony und Microsoft. Im Verlauf des Tages sahen wir uns zwei sehr informative Filme an, aus denen wir Informationen beziehen konnten, aus welchen Materialen unsere mobilen Endgeräte bestehen und unter welchen Bedingungen sie wo und von wem abgebaut werden. Zum Beispiel wird der größte Teil von Coltan, ein Metall, das häufig in der Handyherstellung benutzt wird, hauptsächlich im Kongo (Afrika) abgebaut. Die Minenarbeiter, nicht selten Kinder, werden nicht nur sehr schlecht bezahlt, sondern auch nicht richtig geschützt. Sie bekommen nicht einmal einen Mundschutz oder einen Schutzanzug. Außerdem ist es in den Minen meist bis zu 50 Grad heiß und es gibt keine Frischluftversorgung. Uns wurde sogar erzählt, dass wenn dort ein Stollen einbricht und Menschen verschüttet werden, diese dort einfach liegen gelassen werden. Sie schaufeln sich sozusagen ihr eigenes Grab. Danach sahen wir uns einen anderen Film an, wie Nickel (auch in Handys verbaut) in Sibirien (Russland) abgebaut wird. Den Menschen dort geht es zwar besser als denen im Kongo, aber auch hier gibt es massive gesundheitliche Probleme und die Umwelt wird auch hier massiv verschmutzt.

Am zweiten Tag befassten wir uns mehr mit dem Innenleben der Handys, d.h. aus welchen Einzelteilen sie bestehen und aus welchen Ländern diese Materialien kommen. Es hat tierisch Spaß gemacht, die Geräte auseinander zu schrauben, ihre Festplatten, Prozessoren, Displays, Kameras etc. zu begutachten und dann wieder zusammen zu bauen. Außerdem lernten wir an diesem Tag noch die Arbeitsbedingungen von chinesischen Arbeiter*innen – wieder hauptsächlich Kinder – kennen, die zum Beispiel die Displays zusammenbauen und an alle großen Unternehmen verschicken. Auch hier sind die Arbeitsbedingungen und auch die Bezahlung sehr schlecht. Aus einem englischen Zeitungsartikel und einer Studie von Greenpeace erfuhren wir, dass es eigentlich nur zwei Hersteller auf der Welt gibt (Fairphone, Shift), die faire und nachhaltige Smartphones herstellen, die man auch selbst reparieren kann und die nicht gewollt nach zwei bis drei Jahren kaputt gehen (geplante Obsoleszenz), damit uns die Hersteller wieder neue verkaufen können.

Am letzten Tag des Workshops spielten wir ein Rollenspiel, bei dem jeder sich in die Lage eines Minenarbeiters, Minenbesitzers, Zwischenhändlers, Apple-Vertreters, Fairphone-Mitarbeiters, Greenpeacer etc. versetzte. Nachdem wir unsere Rollen einstudiert hatten, setzten wir uns an den Verhandlungstisch und versuchten unsere Forderungen und Standpunkte in einer Diskussion durchzusetzen. Ich war beispielsweise Geschäftsführer von APM, einer frei erfundenen Handyfirma, die versuchte, möglichst billig Mobiles einzukaufen und möglichst teuer wieder zu verkaufen – zu Lasten der Arbeiter und der Umwelt. Ich persönlich fand die Diskussion am besten, weil diese recht anspruchsvoll war und es richtig Spaß gemacht hat, in fremde Rollen zu schlüpfen.

Mein Fazit: Der Workshop sehr informativ und interessant, ich kann ihn nur empfehlen.

Kai Marc Schmitt, Klasse 10E